TU-Berlin Institut für Festkörperphysik
 

Rückblick 5.Berlin-Brandenburger Seminar der Wissenschaftsglasbläser

 
Pünktlich um 15.00 Uhr begrüßte der Dekan der Fakultät II der TU Berlin,
Herr Prof. Dr. Thomsen, die Teilnehmer. Insbesondere wurden die beiden Teilnehmer von Leipziger
Institutionen und der Teilnehmer von der Universität Stuttgart von ihm begrüßt. Da der Seminarraum
durch die hohe Teilnahme gut besetzt war, empfahl Prof. Dr. Thomsen, evtl. im nächsten Jahr in
einen Hörsaal auszuweichen.
 

Prof. Dr. Thomsen

J. Döhring

Dr. Ashkenasi
 
Nachdem ich einen kurzen Rückblick auf Neugablonz gab erklärte Jörg Döhring Neuerungen auf der
VDG-Internetseite. Der erste Vortrag von Dr. Ashkenasi von der Laser- und Medizin- Technologie
Berlin (LMTB) GmbH, Abteilung Angewandte Lasertechnik, www.lmtb.de befasste sich mit
Materialbearbeitungen mittels grünem Festkörperlaser an Glas und Quarz. Verschiedene
Glasobjekte, an denen die präzise Bearbeitung zu erkennen war, konnte jeder in die Hand nehmen.
Interessant war die Erklärung der physikalischen Funktionsweise des Lasers, der eigentlich
zerstörungsfrei durch das Glas durchgeht. Nur durch gezielte Fokussierung und energiereiche
Pulsung wird Materialabtrag so gut erzeugt, dass auf der letzten Glasstec 2008 in Düsseldorf eine
CNC-Maschine mit der Technologie der LMTB vorgestellt wurde. Besonders überzeugend waren die
vorgezeigten Glasobjekte. Bei diesen Objekten konnten wir durch Abtrag erzeugte kleinste
Strukturen, aber auch besondere Arbeitsgänge, wie z. B. einen nur wenige Millimeter großen
Bohrungskanal, der in der Mitte erweitert war, in Augenschein nehmen.
 

 

Th. Knauer

 
 
Der zweite Vortrag, der sich mit der Thematik der Augenprothetik beschäftigte, wurde von Theo
Knauer, Vorsitzender des Berufsverband Deutscher Augenprothetiker, www.augenprothetik.org
gehalten. Hier wurde ein interessanter historischer Überblick über die Entwicklung des gläsernen
Auges bis zu den modernen Versuchen, Kunststoffe für die Augenprothesen zu verwenden,
gegeben. In der Diskussion wurde noch mal allen bewusst, dass die farbigen Gläser eine besonders
große Rolle in der aktuellen Arbeit der Augenprothetiker einnehmen. In der VDGN 3/2008 ist der
wesentliche Inhalt dieses Vortrags nachzulesen.
 

 

A. Burger

 
 
Ein besonderer Gast war Herr Axel Burger, Enkel des Erfinders der Thermosflasche.
Die erste glastechnische Werkstatt wurde bereits in Berlin von Reinhold Burger vor 1900 eröffnet.
Hier sind um 1900 Patente für eine verbesserte Röntgenröhre, für eine medizinische Kaltlichtlampe
und auch durch Arbeiten für Herrn Dewar das Patent für die uns allen bekannte Thermosflasche
entstanden. Hier ist verabredet worden, einen Artikel über diese historische glastechnische Werkstatt
für die VDGN zu erstellen.
 
 
Die Veranstaltung schloss in guter Stimmung und angeregter Diskussion, und ich kann jetzt schon
sagen, das 6. Berlin-Brandenburger Seminar der Wissenschaftsglasbläser wird 2009 wieder stattfinden.
 
Fotos G. Palm   Norbert Zielinski
 
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