Glas in Forschung ,Wissenschaft und Handwerk

In Keilschrift auf eine Tontafel geschrieben und in der Bibliothek des assyrischen Königs Assubanipal (7. Jh. v. Chr.) archiviert, enthält das älteste überlieferte Glasrezept: "Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen, 5 Teile Kreide - und Du erhältst Glas." Technische Glasbläser haben an bahnbrechenden Entwicklungen, wie zum Beispiel der Röntgenröhre, entscheidend mitgewirkt. Kunstglasbläser haben jeher Menschen mit ihren Fertigkeiten fasziniert. Der Forschungs- und Technikstandort Deutschland ist ohne den technischen Glasbläser an den Universitäten und in der privaten Wirtschaft nicht vorstellbar. Die qualifizierte Ausbildung der Glasbläser wird langfristig durch den Kontakt zu den Kollegen und der gemeinsamen Weiterbildung zum Garant für innovative Arbeit. Nur ein Glasbläser, der sich immer den neuesten Entwicklungen öffnet, kann der Forschung positive Impulse geben. Auch der Glaskünstler findet seinen Platz im Verband Deutscher Glasbläser. Wer einmal mit Glas gearbeitet hat, kann sich der Faszination des Werkstoffes kaum entziehen. Im technischen und künstlerischen Bereich Impulse zu geben, Richtungen aufzuzeigen und Kontakte herzustellen, ist eine der wichtigsten Aufgaben des Verband Deutscher Glasbläser. In jährlich stattfindenden Fortbildungsseminaren wird mit Fachvorträgen, Workshops und Firmenpräsentationen ein interessanter Überblick geboten.
 
Im Januar 1972 trafen sich 44 Glasbläser im Bronnbacher Hof im Rahmen der Wertheimer Glastage zur Gründungsversammlung der "Vereinigung Deutscher Glasbläser". Nach der Gründungsversammlung stieg die Zahl der Mitglieder stetig an. Ordentliches Mitglied bei der damaligen "Vereinigung Deutscher Glasbläser" konnte nur werden, wer einen Glasbläser-Facharbeiterbrief besaß. Außerordentliche Mitglieder ohne Sitz und Stimme - aber in beratender Funktion - konnten alle Interessenten ( Lehrlinge, Firmen, Einzelpersonen ) werden. Neben den Kontakten und dem Erfahrungsaustausch unter den Verbandsmitgliedern soll außerdem die Zusammenarbeit mit Industrie, Forschungsgemeinschaften, Endverbrauchern, Handwerkskammern und Glasbläservereinigungen gepflegt werden.
 
So war es nur konsequent, ein Vorstandsmitglied mit Redaktionsaufgaben zu betrauen. Die ersten "VDG Nachrichten" wurden 1975 an die Mitglieder verschickt. Die Fachzeitschrift VDGN wurde mit der Zeit umfangreicher und professioneller, und so erfreut sie sich noch heute allgemeiner Beliebtheit und wird mit großem Interesse jedes Quartal erwartet. Grundelemente der VDG-Nachrichten sind Fachbeiträge, Produktinformationen, Verbandsinformationen, Veranstaltungshinweise, Stellenangebote sowie Stellengesuche.
 
Regelmäßige Treffen unserer Mitglieder als auch Interessenten sind ein fester Bestandteil unseres Verbandslebens. Der Informationsaustausch über neue Arbeitstechniken, neue Materialverbindungen (Glas-Metall) usw. hat in erheblichen Maßen zugenommen. Beleg für das Interesse ist die ständig steigende Zahl der Teilnehmer an den Fortbildungsveranstaltungen.
 
Mit der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten 1990 traten sehr viele Glasbläser aus der ehemaligen DDR dem VDG bei, sodass schnell die Mitgliederzahl von 500 erreicht wurde. Seither sind die Zahlen nahezu konstant, was uns zum größten Glasbläserverband Europas macht. Als moderner Verband kann sich auch der VDG den heute üblichen Medien nicht entziehen - vielmehr sehen wir dieses auch als Chance. So kann man sich seit einigen Jahren unter www.vdg-ev.org über eine Vielzahl von Themen online informieren, Kontakt aufnehmen, nach freien Stellen suchen, An einer Smartphone- und Tablet-Variante wird derzeit gearbeitet.
 
Die wesentlichen, historischen Ziele des "VDG" sind identisch mit den heutigen:
 
Der VDG ist in der Pflicht, eine für ganz Deutschland einheitliche, moderne Form der Ausbildung sowie Prüfung, zusammen mit den zuständigen Kammern und Verbänden, zu gewährleisten. Der VDG ist bemüht, angehende und "gestandene" Fachleute aus dem Bereich Glas durch regelmäßig erscheinendes Informationsmaterial auf den neuesten Stand der Technik zu halten. Schwerpunkt der Verbandsarbeit ist, getreu dem Motto der Gründungsväter, der Glasapparatebau. Darüber hinaus steht der VDG allen artverwandten Berufen offen.
 
Der VDG hat das Ziel die Zusammenarbeit mit der Industrie, Forschungsgemeinschaft, den Endverbrauchern, Handwerkskammern und Glasbläservereinigungen zu intensivieren. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es Kontakte und Erfahrungsaustausch unter den Glasbläsern zu fördern.
 
Wie unsere Arbeitsmethoden und Arbeitsmittel sind wir stetigem Wandel unterworfen. Um diesem Wandel gerecht zu werden, bringen sich viele Mitglieder in die Verbandsarbeit ein. Nur so können die Herausforderungen geschultert werden. Sei es durch redaktionelle Arbeit, durch organisatorisches Engagement oder einfach als Ansprechpartner für die vielschichtigen Fragen unseres Faches.
 
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Verantwortlich für den Inhalt ist der Verband Deutscher Glasbläser e.V.